Die letzten Zeugen

Wie schlimm steht es? Jaenicke: „Es ist brutal. Der Film über die Arktis und die Eisbären ist geschnitten; er zeigt, wie eiskalt Großwildjäger die Tiere nach wie vor abschießen. Die Doku über Haie ist abgedreht. Wir waren zum Schluss in Spanien. In Vigo verarbeiten sie massenhaft Flossen, für die Chinesen. Das ist keine leichte Fernsehkost. Es gibt kein Tier, das so verkannt und so barbarisch ausgerottet wird wie der Hai! Und warum? Weil gewisse Religionen glauben, aus Haiflossen Suppe kochen zu müssen und es auch bei uns jede Menge Leute gibt, die Haisteaks und Schillerlocken für eine Delikatesse halten.“

erschienen in:
– Silent World

> Weiterlesen

Tauchgang in Thors Welt

Die Dämmerung hat Island wieder bis zum Morgen in diffuses Licht getaucht. Man konnte nachts aus dem Fenster die Schiffe sehen, die draußen in der Bucht ankerten. Die Sonne geht in der Zeit der Sommersonnenwende nie ganz unter – und wieder auf, bevor die Nacht vorbei ist. So früh in den Tag zu starten, bleibt Gewöhnungssache; daran ändert gespannte Erwartung nichts: Wir sind auf dem Weg von Reykjavík nach Thingvellir, landeinwärts. Die Unterwasserwelt am Rand des Tals dort zu erleben, soll alles Erlebte in den Schatten stellen: Im Höhlensystem der Silfra-Spalte gilt jeder als Entdecker.

erschienen in:
– Silent World

> Weiterlesen

Der Freitaucher

Andere lähmt die atemlose Stille. Christian Redl lebt intensiver in ihr für sechs bis sieben Minuten. Der Österreicher gilt als Exzentriker in der Szene. Neulich tauchte er in eine der Kalksteinhöhlen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Draußen Gestrüpp und Mücken, drinnen eine Zeitlang klares Süßwasser – dann nichts als ein mystischer Nebel aus Schwefelsulfat. Redl schaffte die 60 Meter zum Grund. Apnoetaucher finden den Sinn des Lebens in Tiefen- und Streckenrekorden. Durchschnittsatmer, die Luc Bessons „Im Rausch der Tiefe“ sahen, haben ein Bild davon. Redl hängt an keinem Zugschlitten, wenn es abwärts geht.

erschienen in:
– Silent World

> Weiterlesen

Ägypten – Quo Vadis?

Der Volksaufstand trieb 2010 die Touristen aus dem Land. Jetzt steht Ägypten wieder hoch im Kurs. Das Rote Meer: Hans Hass und Jacques Cousteau tauchten voran – Abertausende folgten. Das Städtchen Dahab auf der Halbinsel Sinai ist nach wie vor ein Wallfahrtsort. „Dieser Hype ums Blue Hole – unglaublich“, sagt Meeresbiologe Dr. Robert Hofrichter. An manchen Tagen zieht eine Karawane aus Hunderten Schnorchlern und Tauchern zu dem 110 Meter tiefen Loch. Das Naturphänomen, einen Steinwurf vom Strand entfernt, gilt als einer der gefährlichsten Tauchplätze der Welt; die Gedenktafeln an den Felsen erzählen die Dramen.

erschienen in:
– Silent World

> Weiterlesen

Der letzte Ankerplatz der Rubis

Folgt man der Küstenstraße von Monaco nach Südwesten, wird die Aussicht landeinwärts durch die Seealpen begrenzt – der Anblick ist überragend. Das Azurblau des Wassers, die roten Felsen bei l’Estérel und die Lavendelfelder vereinen sich zu einem stundenlangen Panorama – der Côte d‘Azur. Es gibt darin in Stein gehauene Dörfer aus einer anderen Zeit und die mondänen Kurorte mit den Reichen und Schönen entlang der Uferpromenade. Das Meer vor der Küste bewahrt bisher ein anderes Schauspiel: Es ist ein mystisches Erlebnis, zum letzten Ankerplatz der Rubis abzutauchen.

erschienen in:
– Silent World

> Weiterlesen